Entgelt-Diskriminierung beenden – Gleichheit schaffen!
Die neue EU-Richtlinie 2023/970 für den öffentlichen & privaten Sektor
🔎 Gender Pay Gap in Südtirol:
- Frauen verdienen in Südtirol in der Privatwirtschaft 17,3% und im öffentlichen Dienst 16,8% weniger als Männer (Vollzeit).
- Freiberuflerinnen verdienen im Durchschnitt 45% weniger als Männer in der gleichen Branche. (Quelle: Il Sole 24 Ore)
📜 EU-Richtlinie 2023/970 für den öffentlichen & privaten Sektor
✔ Verpflichtet zur Lohntransparenz ✔ Mitgliedstaaten müssen sie bis Juni 2026 umsetzen
Die EU-Richtlinie 2023/970 zur Entgelttransparenz stärkt das Prinzip „Gleiches Entgelt für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ (Umsetzung bis 07.06.2026).
Das „Entgelt“ umfasst Zahlungen/Entschädigungen, wie Löhne, Gehälter und Vergütungen in bar oder als Sachleistungen und berücksichtigt ergänzende und variable Bestandteile (z.B. Prämien, Überstundenausgleich, Fahrtkostenvergütungen, Verpflegungszuschüsse und Weiterbildungskosten).
🏛️ Rechte für Arbeitnehmer:innen:
✔ Bewerber:innen: Recht, das Entgelt vor der Einstellung zu erfahren
✔ Arbeitnehmer:innen: Recht, Informationen über Gehälter einzuholen
⚖️ Pflichten der Mitgliedstaaten:
✅ Transparente Lohnstrukturen
✅ Entschädigungen bei Diskriminierung
📢 FREIBERUFLICHE TÄTIGKEIT
„Der Gender Pay Gap in der freiberuflichen Tätigkeit entsteht durch strukturelle Barrieren und kulturelle Faktoren: geringerer Zugang zu Netzwerken, unbezahlte Care-Arbeit und Schwierigkeiten, sich in männerdominierten Branchen zu etablieren.“
📊 Branchen mit starkem Gender Pay Gap
🏗️ ARCHITEKTINNEN (CNAPCC & AWN.IT ARCHIWORLD NETWORK)
- Nach 1 Jahr: Männer 1.000 €, Frauen 900 €
- Nach 5 Jahren: Männer 1.530 €, Frauen 1.330 €
- Herausforderung: Geringeres Vertrauen der Kundschaft für weibliche Architektinnen, erschwerte Marktdurchdringung
📊 STEUERBERATERINNEN (Bilancio di Genere 2023 – ODCEC Bozen)
- 75,5% der Männer erreichen schnell die gewünschte Position
- Nur 35,2% der Frauen erzielen denselben Erfolg
⚖️ ANWÄLTINNEN (Agenparl 2025)
- 54,2% der Austritte aus der Anwaltskammer betreffen Anwältinnen mit weniger als 15 Jahren Berufserfahrung
- Durchschnittlich 30.000 € weniger Jahreseinkommen als Männer
- Herausforderungen: Vereinbarkeit von Beruf & Familie, stärkere männliche Netzwerke
🚀 UNTERNEHMERINNEN (Bilancio di Genere 2023 – ODCEC Bozen)
👩💼 In Italien: 2,8 Millionen Unternehmerinnen (26,8 %)
📌 Hauptsektoren:
- 52% im Dienstleistungsbereich (Friseure, Kosmetik, Reinigung etc.)
- 35,9% im Tourismus
- 29,3% in der Landwirtschaft
⚠️ Häufige Herausforderungen:
- Vereinbarkeit von Privatleben & Beruf
- Geringere wirtschaftliche Chancen im Vergleich zu Männern
Eurostat-Statistiken über das geschlechtsspezifische Lohngefälle
ft
Dokumente zum Herunterladen
- Richtlinie EU Entgelttransparenz (auf Deutsch) » [PDF 676 kB]
- Pressemitteilung zur Lohnschere in der Anwaltschaft (in ital. Sprache) » [PDF 88 kB]
- Der Architektenberuf in Italien - 2021 (in ital. Sprache) » [PDF 4 MB]
- Die weibliche Unternehmertum in Italien - CNA 2022 (in ital. Sprache) » [PDF 489 kB]
- Genderbilanz 2023 der Kammer der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der Provinz Bozen - Komitee für Chancengleichheit (in ital. Sprache) » [PDF 903 kB]