Versuchter Frauenmord in Bozen: Ethische Normen bei der Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen respektieren

17.05.2024, 14:35

Stellungnahme zur Medienberichterstattung

Die Normen der Berichterstattung zur Gewalt an Frauen respektieren
Die Normen der Berichterstattung zur Gewalt an Frauen respektieren

Der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen betont - auch vor dem Hintergrund der im Jahr 2023 in Zusammenarbeit mit der Journalistenkammer veranstalteten Fachtagung über gewaltfreie Sprache und ethische Regeln, die bei der Berichterstattung über Femizide und Gewalt gegen Frauen einzuhalten sind -, wie wichtig es ist, dass Journalist:innen und Kommunikationsfachleute sich an die wesentlichen Inhalte der Nachricht halten und Erzählungen vermeiden, die das hypothetische Motiv des Femizids oder des Täters romantisieren, wobei - wie geschehen - Beschreibungen verwendet werden, die dazu neigen, das Opfer von Gewalt in der Opferumkehr zu diskreditieren und den Lesern und Leserinnen Zweifel an der Aufrichtigkeit der Frau zu vermitteln, die zur Rechtfertigung des Gewalttätigen führen, mit dem Verweis auf das übliche und nicht mehr akzeptable Klischee von „sie ist selbst daran schuld".

Das Handlungsfeld Nummer 2 des Gleichstellungsaktionsplans Æquitas 2023-2028 "Sicherheit und Schutz vor Gewalt" und das Handlungsfeld Nummer 7 "Initiativen gegen Geschlechterstereotype" erinnern uns daran, dass die Berichterstattung der Medien in professioneller Verantwortung auf die Empfehlungen von Organisationen, die täglich mit Frauen und Gewalt zu tun haben, ausgerichtet sein sollte und nicht auf die wenig versteckte Verschleierung der objektiven Sichtbarmachung solcher tragischen Ereignisse.

Die Präsidentin Ulrike Oberhammer                                   

Die Vizepräsidentin Nadia Mazzardis

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