7. Bericht des AFI zur Beschäftigungssituation in großen Unternehmen der Autonomen Provinz Bozen aus Genderperspektive (2020-2021)

21.12.2023, 16:49

Arbeitnehmerinnen zwischen Teilzeit und unbezahlter Familienarbeit

Das AFI hat den 7. Bericht zur Beschäftigungssituation ausgearbeitet
Das AFI hat den 7. Bericht zur Beschäftigungssituation ausgearbeitet

Am 19. Dezember 2023 wurde der 7. Bericht zur Beschäftigungssituation in großen Unternehmen der Autonomen Provinz Bozen aus Genderperspektive für den Zeitraum 2020-2021 vorgestellt. Die Analyse wurde vom AFI | Arbeitsförderungsinstitut im Auftrag von Gleichstellungsrätin Michela Morandini ausgearbeitet.

Der 7. Bericht zur Beschäftigungssituation in großen Unternehmen der Autonomen Provinz Bozen aus Genderperspektive (2020-2021) wurde vom AFI | Arbeitsförderungsinstitut in Anwesenheit des Präsidenten des Südtiroler Landtages, Josef Noggler, des AFI-Präsidenten Andreas Dorigoni, der Gleichstellungsrätin Michela Morandini, des AFI-Direktors Stefan Perini und der AFI-Forscherin Aline Lupa vorgestellt. 543 Südtiroler Unternehmen haben die Daten übermittelt.

„Diese zeigen bezüglich des Geschlechterverhältnisses eine Realität, die leider nicht viel anders ist als die, die in früheren Berichten beschrieben wurde: Frauen sind immer noch benachteiligt und in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert. Obwohl 43,3 Prozent des gesamten Personals Frauen sind, liegt der Anteil der weiblichen Führungskräfte bei nur 10,1 Prozent“, hob Gleichstellungsrätin Michela Morandini bei der Präsentation des Berichts hervor.

Die vertikale Segregation und die „gläserne Decke", die Frauen den Zugang zu Führungspositionen erschweren, bestehen also fort. „Es kann festgestellt werden, dass die Familien- und Pflegebetreuung immer noch vorwiegend als weibliche Aufgabe angesehen wird. Dies bezeugt der Umstand, dass 83,5 Prozent der Beschäftigten mit unbefristetem Teilzeitvertrag Frauen sind. Der Wartestand wegen Vaterschaft oder Mutterschaft wird ebenfalls mehrheitlich von Frauen in Anspruch genommen“, unterstrich AFI-Forscherin Aline Lupa. Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass neben der vertikalen Segregation auch eine starke horizontale Segregation festzustellen ist: In einigen Branchen sind Frauen deutlich unterrepräsentiert.

Bezogen auf die Art der Arbeitsverhältnisse befinden sich Frauen eher als Männer in unsicheren oder prekären Beschäftigungsverhältnissen: Von allen unbefristeten Verträgen entfallen 58,2 Prozent auf Männer und 41,8 Prozent auf Frauen.

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