Frau.Macht.Politik. Frauen stärken ihre politische Handlungskraft
Mit Impulsen und einem Austausch endete am 24. Oktober in Bozen der Lehrgang für Frauen in der Gemeindepolitik. Ziel war es, Frauen zu stärken und ihnen Werkzeuge für die politische Arbeit zu geben.
Im Zeichen von Selbstermächtigung fand am Freitag, 24. Oktober, in der Eurac Research in Bozen der Abschluss des Lehrgangs für Frauen in der Gemeindepolitik statt. Dabei haben die 79 Teilnehmerinnen ihre Abschlussdiplome erhalten. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen und dem Frauenbüro des Landes in Zusammenarbeit mit dem Institut für Public Management der Eurac Research.
„Das Wichtigste für Frauen in der Politik ist, dass sie authentisch bleiben, geradlinig, mutig und bodenständig und dass sie sich behaupten können. Dazu ermächtigt sie das Wissen, das sie sich in Lehrgängen wie diesen aneignen können“, betonte Landesrätin Rosmarie Pamer. Auch Eurac-Präsident Roland Psenner hob hervor: „Dieser Lehrgang ist auch deshalb einzigartig, weil historisch wohl einmalig die Frauen hier vorausgehen und nicht erst an zweiter Stelle stehen.“ Der ehemalige Präsident des Gemeindeverbandes Andreas Schatzer sagte: „Es braucht Frauen in der Gemeindepolitik, damit sich etwas verändert. Dieser Lehrgang macht ihnen Mut dazu, Mut für neue Wege.“
Die deutsche Coachin und Autorin Doris Cornils sprach in einem Impulsvortrag über „Macht und Mikropolitik“. Sie zeigte, wie Frauen „friedvoll machtvoll“ handeln können: „Macht ist nicht das, was man hat, sondern das, was man tut.“ Dabei sei vor allem die informelle Macht entscheidend, „denn im Hintergrund, in der Mikropolitik, laufen die wirklichen Machtspiele“.
Das Thema „Finanzielle Gleichstellung in der Gemeindepolitik“ wurde von der italienische Ökonomin Azzurra Rinaldi beleuchtet, die dazu aufrief, aktiv Teil des Wandels zu sein: „Frauen müssen an den Wandel glauben und Teil des Wandels sein. Politik ist ein Muss für Veränderung.“ Rinaldi erinnerte daran, dass in Italien noch 35 Prozent der Frauen kein eigenes Bankkonto haben. „Das schafft finanzielle Abhängigkeit und ist die Grundlage für strukturelle Ungerechtigkeit. In der Politik ist es ebenso: Das Gender Budgeting in öffentlichen Verwaltungen legt Prioritäten auf für Frauen wichtige Themen und verteilt so die Geldmittel anders, es ist ein Instrument für soziale Gerechtigkeit.“
Im Gespräch mit Teilnehmerinnen ging es um Macht, Ohnmacht und Selbstermächtigung im Gemeinderat. Zum Abschluss stellten Ulrike Oberhammer und Nadia Mazzardis den Gleichstellungsaktionsplan Æquitas und dessen Umsetzung durch den Landesbeirat für Chancengleichheit sowie das neue Startpaket für die Gemeindepolitik vor. „Ohne Quotenregelungen wären die Türen zu Entscheidungspositionen für viele Frauen verschlossen, während Männernetzwerke weitere Türen verrammeln. Wenn heute Frauen im Rathaus sitzen, dann ist das kein ‚Dürfen‘, sondern ein ‚Recht‘, erkämpft mit den Narben all jener, die vor uns Türen eintraten“, so Präsidentin Oberhammer.
Vizepräsidentin Mazzardis betonte die Bedeutung der Vernetzung unter Frauen und motivierte die gewählten Frauen, Platz für andere Frauen zu schaffen, um leichter eine echte gleichberechtigte Vertretung in der Politik zu erreichen.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Jutta Wieser.
san/ap







